Gefahren für Tiere am Beginn der warmen Jahreszeit

Dr. Roland Geßky & OVetR Mag. Christian Ferber

Mit zunehmenden Temperaturen beginnt wieder die Saison der Insekten und Zecken.

Stechende Insekten sind die Überträger der gefürchteten Kaninchenseuchen Myxomatose und RHD (Hämorrhagische Krankheit).

Das Myxomatosevirus verursacht eine Ödembildung der Haut von Gesicht und Anogenitalbereich, wodurch es zu Schluckbeschwerden und Atemnot kommt.

Da es keine gezielte Behandlung gibt, sind die Überlebenschancen gering. Der Erreger der RHD ist ein hochinfektiöses Virus, welches Blutungen in den Organen der Kaninchen verursacht. Diese Krankheit endet oft tödlich.

Um eine Erkrankung erfolgreich zu verhindern, ist eine vorbeugendeImpfung von Kaninchen ab der 4. Lebenswoche durch Ihren Tierarzt nötig. Es ist sehr ratsam, auch Wohnungskaninchen impfen zu lassen, da außer Insekten auch Futter und der Mensch selbst als Erregerüberträger fungieren können.

Für Hunde und Katzen stellen hauptsächlich Zecken eine Gefahr dar, weil Krankheiten wie zum Beispiel Borreliose, Babesiose sowie Frühsommer-Meningoenzephalitis übertragen werden können.

Borrelien sind Bakterien, die 2-5 Monate nach einem Zeckenbiss plötzlich Fieber, Lahmheit, Schwellungen und Schmerzhaftigkeit von Gelenken verursachen. Mittels einer Blutuntersuchung kann die Erkrankung bestätigt und mit Medikamenten behandelt werden.

Der Erreger der Babesiose ist ein Einzeller, der rote Blutkörperchen befällt und zerstört. Es treten unter anderem Fieber, Apathie, reduzierter Appetit, blasse Schleimhäute und rotbrauner Harnabsatz auf. Nur ein Tierarztbesuch ist lebensrettend!

Zur Prophylaxe beider Krankheiten besteht die Möglichkeit, Ihren Hund beim Tierarzt impfen zu lassen.

Die FSME (Gehirnhautentzündung des Menschen) scheint nur bei immungeschwächten Hunden aufzutreten. Ein Impfstoff steht für Tiere nicht zur Verfügung.

Zecken abtötende Medikamente in Form von Spot-on Präparaten, sowie sofortige Entfernung der saugenden Zecken durch den Besitzer sind ein „muss”, um eine Erkrankung zu verhindern. Die Herzwurmerkrankung der Hunde und Katzen wird durch Mücken übertragen. Derzeit sind die Überträger nur in den südlichen Nachbarstaaten heimisch. Durch die Klimaveränderung kann sich das aber bald ändern. Empfehlenswert ist jedenfalls die prophylaktische Behandlung Ihres Lieblings vor einer gemeinsamen Reise ins Ausland. Ihr Tierarzt wird Sie gerne beraten.

Tel.: 01 577 43 00 oder 01 577 49 00


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