Massentierhaltung

 

Wir haben über die Auswirkungen des Fleischkonsums auf die tierquälerischen Produktionsmethoden (Schweinemast, Hühnermast), die Welternährung und die Umwelt berichtet.

Die industrielle Massentierhaltung ermöglicht keine tiergerechte Haltung, da die Bedingungen grauenhaft sind. Aber nicht nur Tiere leiden, auch die Menschheit und die Umwelt werden massiv gefährdet. Lachgas, die bedeutendste Quelle ozonschädlicher Emissionen stammen zu 65% aus der Intensivtierhaltung. Das Gas ist 196-mal klimaschädigender als CO2. Für den CO2 Ausstoß werden Zertifikate gehandelt. Hier ist eine Änderung des Verhaltens notwendig. Doch die mächtige Fleischindustrie findet immer wieder Wege von diesen Problemen abzulenken.

Bei der Zoonose-Keim EHEC Infektionswelle wurde die Ursache bei den Gemüseproduzenten gesucht, obwohl bekannt ist, dass diese Keime im Darm von Kühen, die nicht artgerecht gefüttert werden, entstehen. Werden die Gemüsefelder mit der Gülle aus einer Tierfabrik gedüngt, dann findet man die Keime auch im Gemüse.

Der deutsche Naturforscher und Erfinder Alexander von Humboldt (1769 -1859) wusste schon vor 150 Jahren über diese Auswirkungen Bescheid.

„Das gleiche Stück Land, mit dem wir Vieh füttern und es darauf weiden lassen, könnte 10 Menschen ernähren, und wenn wir es noch mit Linsen, weißen Bohnen oder Erbsen bepflanzen würden, könnten wir hundert Menschen damit ernähren ....”

Ein Verbot der Haltung von Zuchtsauen in Kastenständen wird seitens des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft blockiert. Die übermächtigen ÖVP Schweinezüchter- und Bauernlobby verhindern jede Verbesserung für die Tiere. Aber nicht nur die Haltung von Zuchtsauen geschieht unter tierquälerischen Bedingungen, auch sonst sind die Zustände in der Schweinehaltung erschütternd. Ferkel werden noch immer betäubungslos kastriert.
Ein Blick hinter die verschlossenen Türen von 22 Schweinebetrieben in Vorarlberg brachte ein erschütterndes Ergebnis. Der Beteuerung der Landwirtschaftskammer, dass es sich hier sicher nur um einzelne schwarze Schafe handelt, können wir keinen Glauben schenken.

Wir haben beim zuständigen Bundesminister schriftlich das Ersuchen gerichtet, die gesetzlichen Bestimmungen für die Schweinehaltung abzuändern.

Lebendtiertransporte sollten überhaupt vermieden werden und wenn notwendig so kurz wie möglich gehalten werden. Der mobile Schlachthof des Biobauern Herbert Schwaiger ist eine Alternative.

Zusätzlich unterstützen wir eine EU-weite Initiative zur Einschränkung der Transportzeit auf acht Stunden. Dies stellt zwar eine Verschlechterung der österreichischen gesetzlichen Bedingungen dar, aber mehr wird gegen die mächtige Fleischlobby nicht zu erreichen sein.

Auch in der EU ist scheinbar ein Umdenken eingetreten. Im Artikel 13 des Vertrages über die Arbeitsweise der Union ist festgehalten, dass das Wohlergehen der Tiere als fühlende Wesen bei der Festlegung und Durchführung der Politik in vollem Umfang zu berücksichtigen ist.
Dem Vertrag von Lissabon sollten nun endlich Taten folgen, oder ist diese Klausel im Vertrag nur ein Feigenblatt um noch unverschämter und gnadenloser mit der „Sache Tier” umgehen zu können.

Hoffnungsvoll haben wir eine Änderung der EU-Agrarpolitik erwartet. Die ursprünglichen Vorschläge der Kommission wurden auf Betreiben der Mitgliedstaaten so abgeändert, dass wie bisher vorwiegend die intensive Landwirtschaft und Großbetriebe mit negativen Auswirkungen auf Tier-, Umwelt- und Klimaschutz gefördert werden.

Die Kommission und die Mitgliedstaaten haben nichts dazu gelernt und sind Gefangene der Profitgier mächtiger Konzerne.



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