Kirche und Tierschutz

Ein ungelöstes Problem?

"Tu erst das Notwendige,  dann das Mögliche,  und plötzlich schaffst du das  Unmögliche."

Franz von Assisi (1181-3.10.1226) - Heiliger Franziskus

Der Sohn eines reichen Kaufmanns wurde als Giovanni Bernardone in  Assisi geboren. Nach seinem  Militärdienst wurde er Offizier und  führte ein freies, lockeres Leben. 1202 in Gefangenschaft geraten,  beschloss er, sein Leben radikal zu ändern und lebte von nun an in selbst gewählter Armut und tätiger Nächstenliebe.

Franz von Assisi hatte ein besonderes Verhältnis zu den Pflanzen und predigte immer wieder, dass Gott uns die Erde anvertraute, deshalb sei es unsere Aufgabe, diese zu hüten und zu pflegen. Wenn seine Klosterbrüder Bäume fällten, verbot er ihnen den Baum ganz unten abzuhauen, damit er die Chance habe, dass er wieder zu sprossen anfange. Auch wollte er nicht,dass der Gärtner zuviel umgräbt, damit auch Unkraut und Feldblumen ihren Platz finden. Die Ansichten des ersten „Umweltschützers”, wie man ihn nennen könnte.

Ein reißender Wolf versetzte die Umgebung der Stadt Gubbio in Angst und Schrecken. Die Bürger trauten sich nicht mehr vor das Stadttor.

Franziskus ging trotz der Warnungen in den Wald, nannte den Wolf seinen Bruder und versprach ihm, für seine tägliche Nahrung zu sorgen. So zähmte er den Wolf. Dieser ließ sich von Tür zu Tür in Gubbio versorgen, ohne jemandem ein Leid anzutun. Die Leute fütterten den Wolf freundlich, bis er schließlich später an Altersschwäche starb.

Eine weitere überlieferte Begebenheit aus dem Leben des heiligen Franz:

„Als er sich Bevagna näherte, kam er zu einem Ort, an dem eine große Menge von Vöglein verschiedener Art zusammengekommen waren. Als der Diener Gottes dieselben sah, lief er eilig hin und begrüßte sie, als wären sie der Vernunft teilhaftig. Sie alle aber erwarteten ihn und wandten sich zu ihm, so dass die, welche auf den Gesträuchen waren, die Köpfchen senkten, als er sich ihnen näherte und in ungewohnter Weise sich nach ihm hinrichteten, bis er zu ihnen heran schritt und sie alle eifrig ermahnte, das Wort Gottes zu hören, indem er sprach: „Meine Brüder Vöglein, gar sehr müsst ihr euren Schöpfer loben, der euch mit Federn bekleidet und die Flügel zum Fliegen gegeben hat; die klare Luft wies er euch zu und regiert euch, ohne dass ihr euch zu sorgen braucht”. Als er ihnen aber dies und ähnliches sagte, begannen die Vögel in wunderbarer Weise ihre Freude bezeugend, die Hälse zu recken, die Flügel auszubreiten, die Schnäbel zu öffnen und aufmerksam auf ihn zu schauen. Er selbst aber in wunderbarer Glut des Geistes schritt mitten durch sie hin und berührte sie mit seinem Gewande; und dennoch bewegte sich keiner von der Stelle, bis er das Zeichen des Kreuzes machte und ihnen mit dem Segen des Herrn die Erlaubnis gab. Da flogen sie alle zugleich von dannen.”

Franz von Assisi gilt auf Grund seines Wirkens auch als erster Tierschützer.

Er ist seit Jahrhunderten Schutzheiliger der Tiere, steht ohne Gefolgschaft auf der Erde, denn für die Amtskirche sind Tiere kein Thema und schon gar kein Problem…


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