Tierqual-Delikatesse Froschschenkel

Eine Milliarde der Amphibien landet weltweit jedes Jahr in Kochtöpfen.

Eine australische Studie warnt: Wenn derzeitige Trends und Entwicklungen anhalten, könnten Frösche schon in absehbarer Zeit aussterben. Mitverantwortlich ist der alarmierend gewachsene Froschschenkel-Konsum.

Früher eine Saison-Delikatesse, verlangen heute „Gourmets” das Gericht zu jeder Jahreszeit und verschlimmern damit noch den Druck auf die Amphibien-Populationen.

Auch das Fehlen grundlegender Handelsstatistiken macht ÖkologInnen, Tier-, Natur- und ArtenschützerInnenn sehr besorgt.

Vor allem in den Küchen europäischer Staaten wie Frankreich, Belgien, Portugal und Luxemburg sowie allgemein in Süd- und Ost- Asien, in Teilen Afrikas und in der Karibik gelten Frösche als Delikatesse.

Verwendet werden meist nur die „Froschschenkel” genannten Hinterbeine mit dem Ansatz der Wirbelsäule von verschiedenen Arten, insbesondere aus der Familie der Echten Frösche (Ranidae), der Rest der kleinen Tiere wird meist einfach entsorgt.

Da der Bedarf über wild gefangene Tiere längst nicht mehr zu decken ist bzw. wildlebende Populationen zunehmend dezimiert und damit unergiebig werden, werden zusätzlich bereits Frösche in so genannten Zuchtfarmen „produziert”.

Eine genaue Kontrolle der Haltungsbedingungen und Schlachtmethoden ist bislang nicht möglich. Die Tötungsmethoden bei der Froschschenkelproduktion sind oft sehr grausam.

Der Münchner Verein „Aktion Tier - Menschen für Tiere e.V.” recherchierte, dass den Tieren bei vollem Bewusstsein die Beine ausgerissen oder abgeschnitten werden – der Rest sei „qualvoll zuckender Abfall”.

Neben der tierschutzethischen hat die Problematik auch eine schwerwiegende ökologische und soziale Komponente. Frösche spielen eine entscheidende Rolle in allen Ökosystemen, unter anderem als Insektenvertilger.

Der maßlose Eingriff in die Natur führt zu Artenschutz-Problemen und stört das ökologische Gleichgewicht beträchtlich. Da die natürlichen Feinde von Insekten - die Frösche - massiv dezimiert wurden, setzt man in vielen Ländern in großen Mengen Insektizide ein, darunter auch solche, die in Europa aufgrund ihrer Schädlichkeit für den Menschen verboten sind.

Auch in Österreich sind Froschschenkelprodukte erhältlich: in manchen Lokalen, „Spezialitätengeschäften”, am Wiener Naschmarkt und andernorts. So wurden noch vor wenigen Jahren in einem Spezialitätenrestaurant am Naschmarkt „Nymphen mit Fenchel und Trüffel” angeboten, was nichts anderes als eine blumige Umschreibung und bewusste Verschleierung für das vielfach schon verpönte Froschgericht war.

Ein grundlegendes Problem in der Froschschenkelproduktion ist die Intransparenz der Herkunft und der konkreten Produktionsumstände. Tierschutzethisch besonders problematisch ist die Tötungsmethode, die ein in ihrer besonders brutalen Grausamkeit anachronistisches Relikt in der Welt der Fleischproduktion darstellt.

Das Ausreißen der Beine oder auch abtrennen derselben führt nämlich nicht zum sofortigen Tod, sondern vielmehr zu einem langsamen und qualvollen Ende.

Das Erstellen von behördlichen Vorschriften, sowohl auf nationaler als auch auf EU-Ebene ist erforderlich, da es nicht länger akzeptabel ist, das ein Bereich der Tierproduktion gesetzlich derart ungeregelt ist und Auflagen im Hinblick auf Tierschutzstandards hier gleich Null sind.

Es sollte daher ein Einfuhrverbot von Froschschenkelprodukten, wenn die Produktion, Herkunft und Schlachtungsmethode nicht klar deklariert sind, bestehen.



Bookmark and Share Webdesign & CMS by Styriaweb