Alternative zur Legebatterie – oder neuerliche Tierquälerei?

Nach dem Verbot der Legebatterienhaltungen wird eine andere tierquälerische Haltung angeboten um möglichst vielen Konsumenten billiges Hühnerfleisch anzubieten. Viele Käufer – viel Gewinn!

Kleingruppenhaltung heißt das neue Zauberwort um möglichst viel Geflügel zu erzeugen. Die armen Tiere stehen wieder einmal auf Gitter, haben keine Wiesen, können nicht scharren und ein Sandbad nehmen. Wie nicht anders zu erwarten befürworten Lebensmittelchemiker diese Haltung.

Es stehen sich Käfighaltung und Bio-Freilandhühnerhalter gegenüber. Die Befürworter der Käfighaltung (Kleingruppen) führen an, dass die Eier der Legebatterien eindeutig weniger Bakterien aufweisen, als die der Freilandhaltung und die Tiere glücklich sind, weil sie nichts anderes kennen.

Es spricht für sich, dass Hühner, die früher von einem herkömmlichen Bauernhof gekommen sind, keinen gesundheitlichen Schaden angerichtet haben – trotz Bakterienbelastung. Die Konzerne wollen uns einreden, dass wir gegen die Bakterien mit dervon ihnen erzeugten Chemie vorgehen müssen um reichlich daran zu verdienen.

Ein Bio-Hühnerlandwirt referierte über die artgerechte Haltung, die sein Familienunternehmen bereits seit 80 Jahren betreibt. Früher wurde er ausgelacht – heute liegt er im Trend.

Die Ställe seiner Hühner werden in kurzen Zeitabständen mittels Schiebevorrichtungen in frische Wiesen versetzt, um eine starke Bodenkontaminierung zu vermeiden. Das heißt, die Wiesen werden im Jahr nur für einige Wochen genützt. Die Klappen zum Freilauf auf die Wiesen werden so angebracht, dass sie immer in und nicht gegen die Windrichtung geöffnet werden, da sie sonst die Ställe nicht verlassen. Im Freien werden Unterschlupfe (zeltähnliche Tunnelsysteme) angeboten, damit sich die Hühner beim Auftauchen eines Greifvogels verstecken können.

Auf ca. 40 Hennen kommt ein Hahn, der für seine Hühner die Verantwortung übernimmt, Nestplätze aussucht, die Hackordnung regelt, sie ins Freie führt und auf die Rangordnung in der Gruppe achtet. Dass diese artgerechte Haltung ihren Preis hat ist selbstverständlich.

Die Marke Demeter ist ein Verband der auf diese hohe Qualität innerhalb der „Bio-Produkte” achtet. Leider können nicht alle Bio- Betriebe diesen hohen Standard erfüllen. Man durfte übrigens in den großen preisgünstigeren „Bio- Massentierhaltungsbetrieben” nicht filmen.

Auch Menschen, die keine Vegetarier sind, sollten daher überdenken, ob es wirklich notwendig ist, Quantität über Qualität zu stellen.

Abschließend wurde von den Befürwortern der Legebatterien angemerkt „die große Nachfrage nach Hühnerfleisch ist nur mittels Käfighaltung zu befriedigen. Die Bio-Betriebe oder Freilandhühner brauchen zuviel Platz um die breite Bevölkerung zu ernähren”.

Eigenartigerweise sind in früheren Zeiten die Menschen nicht verhungert, als es noch keine Massenzuchten gab. Reiche Tierzüchter gab es allerdings nicht. Es ist daher nicht verwunderlich, wenn uns diese Produzenten einreden wollen, dass es gesund ist viel Fleisch zu konsumieren. Die traurige Statistik über den Gesundheitszustand der Bevölkerung zeigt jedoch wegen des hohen Eiweißverzehrs ein anderes Ergebnis.

Marianne Jellasitz


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