Nicht wegschauen – handeln!

"Tue den Mund auf für die Stummen
und führe die Sache derer, die verlassen sind."

Ignaz Franz v. Castelli 1781 – 1862

Liebe Mitglieder, Spender, Tierfreunde!

Das österreichische Fernsehen brachte am 11. 5. 2010 in der Sendung „Thema” einen Bericht über eine katastrophale Massen- Hühnerhaltung, welche sowohl allen gesetzlichen Tierschutz- als auch hygienischen Bestimmungen Hohn spricht.

Ort: NÖ. Gemeinde Tulln, Diendorf.

Betreiber: Obmann der „Zentrale Österreichische Geflügelwirtschaft”, Gemeinderat der ÖVP.

Diese erschütternden Bilder, erst kürzlich gedreht, haben in mir Erinnerungen an den Anfang meiner Tierschutzarbeit und Gefühle der Ohnmacht wachgerufen.

Gerade jene Bilder der zusammengepferchten, federlosen, verzweifelten Lebewesen, die auf bereits toten Leidensgenossen und auf Bergen von Kot sitzend, einem unausweichlichen Schicksal entgegen vegetieren, hatte ich auch vor mehr als 30 Jahren in „natura” erlebt und das hatte damals in mir den richtungweisenden Schock ausgelöst.

Dieses Erlebnis war der unmittelbare Anlass, mein bis dahin sorgloses Leben über Bord zu werfen und mich vorbehaltlos dem Tierschutz, mit allen daraus entstehenden Konsequenzen, zu verschreiben. Damit fasste ich den endgültigen Entschluss:

Nicht wegschauen – handeln!
Dass es heute nach so langer Zeit solche katastrophalen Zustände überhaupt noch gibt, macht mich zutiefst betroffen.

Alle, die im Tierschutz tätig sind, wissen, dass wir nur die Spitze eines Eisberges gesehen haben.

Durch unser erfolgreiches Volksbegehren wurde endlich die Grundlage für ein bundeseinheitliches Tierschutzgesetz geschaffen. Nach hartem Kampf haben wir damals wohl bessere Gesetze und Verordnungen erreicht, aber die Umsetzung stößt immer noch auf Schwierigkeiten. Leider werden die Vorschriften aber in jedem Bundesland anders umgesetzt.

Noch immer gibt es bei uns 140.000 Hühner, die unter diesen Umständen leiden müssen, obwohl es bereits die verbesserten Gesetze gibt, die den Tieren Erleichterung bringen würden, jedoch scheitert es an den langen und immer wieder verlängerten Übergangsfristen.

Ebenso traurig verhält es sich mit den anderen „Nutztieren”. Denn noch immer stehen Rinder, Kälber, Schweine, Schafe und Pferde etc. unter unvorstellbaren Haltungsbedingungen in finsteren Ställen - in Anbindehaltung oder auf Spaltböden - bis sie ihr kurzes, trostloses Leben nach einem qualvollen Transport am Schlachthof beenden.

Auch hier sind strenge Kontrollen nötig und ein behördliches Durchgreifen dringend erforderlich, um den Tieren ein wenig Erleichterung zu bringen, aber leider wird dies oft verabsäumt.

Es gibt aber auch bereits gute  Haltungsbedingungen bei verschiedenen Bauern. Die verbesserten gesetzlichen Vorschriften würden den Tieren wesentliche Erleichterungen bringen und damit gesündere Lebensmittel für die Konsumenten.

Unser Appell an die Konsumenten, informieren Sie sich gut, bevor sie „tierische Produkte” kaufen, unter welchen Bedingungen die Tiere gehalten wurden. Sie erweisen dadurch den Tieren und der Gesundheit Ihrer Familie einen guten Dienst.

In diesem, unseren Sinn:

„Sehet, ich lebe, ich lebe!”


Ihre


Lucie Loubé



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