Ein Hundeleben mit der degenerativen Myelopathie

Sehr geehrte Frau Loubé!

Wir möchten Ihnen über unsere Schäferhündin Cindy, einer immer sehr aktiven und bewegungsfreudigen Hündin, berichten. Vielleicht ist das ein Beispiel und Trost für Tierbesitzer, dessen Tier ein ähnliches Schicksal erleidet.

Eines Tages merkten wir, dass sie das rechte Hinterbein nach innen drehte. Nach Rückfrage bei unserem Tierarzt könnten dafür einige Krankheiten verantwortlich sein (Caudia Equina, Hüftgelenksdysplasie, Degenerative Myelopathie etc.). Nachdem eine Stoßwellentherapie und Akkupunkturbehandlung keine Besserung brachten, die Röntgenuntersuchung keinen Befund zeigte, blieb durch Ausschlussdiagnose die nicht heilbare aber auch nicht behandelbare Degenerative Myelopathie die leider bittere Diagnose. Bei dieser Krankheit sterben die Nervenzellen im Rückenmark ab und deshalb verspürt der Hund auch keine Schmerzen.

Da es weder in der Humanmedizin noch in der Tiermedizin eine Heilungsmöglichkeit für diese Erkrankung gibt, galt es, mittels physikalischer Behandlung (Unterwasserlaufband) ihre Muskulatur solange wie möglich kräftig zu erhalten. Zusätzlich gaben wir homöopathische Mittel, sowie Vitamine und Grünlippmuschelkapseln.

Wir begannen zuerst auf der Veterinärmedizinischen Universität mit dem Training am Unterwasserlaufband. Aufgrund der großen Entfernung setzten wir dann die Behandlung bei Fr. Dr. Barker Benfield fort. Ein paar Wochen half uns eine Gehhilfe mit der Bezeichnung „Piko”. Diese elastischen Bänder werden auf den Hinterbeinen fixiert und mit dem Brustgeschirr verbunden. Dadurch wurde das Gangbild vorübergehend wesentlich verbessert.

Zur endgültigen Abklärung ließen wir noch eine CT (Computertomographie) machen, an der Diagnose änderte sich aber nichts. Leider war unsere Cindy nach dieser Untersuchung nicht mehr fähig alleine aufzustehen, die Lähmung der hinteren Extremitäten war dadurch viel früher als erwartet eingetreten.

Durch glückliche Umstände erfuhren wir von der Möglichkeit, dass unser Liebling mit Hilfe eines zweirädrigen Wagens (Doggon´ wheels – http://www.doggonde.com) ihren Bewegungsdrang wieder voll ausleben konnte. Von unserem Schuster ließen wir die im Handel erhältlichen Hundeschuhe zum Schutz der hinteren Pfoten mit Lederflecken verstärken. Zu Hause müssen wir Cindy mit einer Tragehilfe unterstützen.

Zirka 18 Monate lief sie mit ihrem Gefährt glücklich umher, bis leider die heimtückische Krankheit auch ihre vorderen Extremitäten befiel.

Nachdem die Vorderbeine schwächer wurden, ließen wir von einem Schlosser den Wagen verlängern, sodass sie mit einem vierrädrigen Wagen fahren konnte. Diese Möglichkeit war aber durch das Fortschreiten der Krankheit befristet.

Da die Ausscheidung noch ohne Probleme funktioniert, können wir Cindy mit der Tragehilfe in den Garten zum Gassi gehen führen.

Das ist bis heute kein Problem, denn für den geliebten Hund ist uns keine Mühe zu viel. Manche Menschen mögen denken, dass das Tier keine Lebensqualität mehr hat. Aber wie man weiß, leben alle Lebewesen gerne. Wir denken dabei an die Qualen der so genannten „Nutztiere”, die nur dafür leben, dass sie nach furchtbaren Leiden im Kochtopf der Menschen landen. Soviel „so ein armer Hund, den sollte man erlösen” oder unbedacht niedlich genannt „einschläfern”. Das ist für uns aber Mord am geliebten Tier.

Unsere Cindy ist in ihrem Wesen immer noch das gleiche liebevolle „Tierseelchen” wie in ihren gesunden Jahren, ein Knurren haben wir von ihr noch nie gehört. Noch immer frisst sie gerne, freut sich über jedes Streicheln und Liebkosen und ist dankbar für jede Aufmerksamkeit.

Wir sind fest überzeugt, dass Cindy noch gerne bei ihrer Familie weiterleben will. Sie wird uns eines Tages zeigen, wann sie bereit ist, in den Tierhimmel zu gehen. Dort wird sie ihre seelische Entwicklung fortsetzen und uns in fernen Tagen mit einem fröhlichen „WAU” begrüßen.

Name der Redaktion bekannt

"Die Treue eines Hundes ist ein
kostbares Geschenk, das nicht
minder bindende moralische
Verpflichtungen auferlegt als die
Freundschaften zu einem
Menschen."

Konrad Lorenz



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