Tierversuche

Obwohl die Anzahl der Tierversuche in Österreich geringfügig gesunken ist, ist aber keine wirkliche Trendwende in Sicht. Der Ende Juni dieses Jahres erschienenen amtlichen Tierversuchsstatistik ist zu entnehmen, dass im Vorjahr in Österreich 207.738 Versuchstiere „verbraucht” wurden, was gegenüber dem Jahr 2008 eine Verringerung um 5,8% darstellt. Im Rahmen dieser ethisch und wissenschaftlich umstrittenen Experimente und Tests sind nach wie vor Mäuse die am häufigsten verwendete Tierart (169.393 neu und 28 erneut verwendete Tiere). Ihnen folgen mit deutlichem Abstand Kaninchen (16.441), Ratten (8.796), Meerschweinchen (3.664), Schweine (5.291) und Fische (1.728). Aber auch Katzen, Hunde, Hamster und Amphibien blieben nicht verschont.

Drei Viertel der Versuchstiere (146.519) wurden für die Forschung, Entwicklung, Herstellung und Qualitätskontrolle von Produkten und Geräten der Human-, Zahn- und Veterinärmedizin verwendet.

Zusätzlich soll noch erinnert werden, dass Versuche, bei denen die Tiere vor der Durchführung getötet werden oder während des Experiments narkotisiert sind und sterben, nicht als Tierversuche gelten, nicht genehmigungspflichtig sind, und daher nicht in der Tierversuchsstatistik aufscheinen.

Kosmetika (Endprodukte und/ oder insbesondere deren Inhaltsstoffe/Rohstoffe) wurden häufig in qualvollen Tierversuchen getestet. Zwar dürfen Endprodukte in der EU seit einigen Jahren nicht mehr getestet werden, auch Tierversuche für neue Inhaltsstoffe sind ab März 2009 in der EU nicht mehr erlaubt. Das Handelsverbot gilt jedoch nicht für Inhaltsstoffe, die außerhalb der EU mit Tierversuchen geprüft wurden. Ein vollständiges Handelsverbot ist erst in einigen Jahren vorgesehen.



Inhaltsstoffe


Tierversuche zur Prüfung von Rohstoffen können derzeit uneingeschränkt durchgeführt werden, wenn diese nicht nur in Kosmetikartikel verwendet werden.

Um der Tierqual ein Ende zu setzen, müssen tierversuchsfreie Methoden entwickelt und validiert, also auf ihre Zuverlässigkeit überprüft werden. Doch diese Validierung obliegt den Herstellerfirmen, die bislang äußerst mangelhaftes Engagement gezeigt haben.Es sollten auch die sogenannten LD50-Tierversuche hinterfragt werden. Bei diesem Test wird die Dosis ermittelt, bei der die Hälfte der Tiere stirbt. Auch in Wissenschaftskreisen ist er nicht nur wegen seiner Grausamkeit, sondern auch wegen seiner wissenschaftlichen Unzuverlässigkeit umstritten.

Die Durchführung eines Tierversuchs sollte nur in seltenen Ausnahmefällen erlaubt sein, wenn keine so genannte Alternativmethode verfügbar ist. Es liegt auch hier an den Konsumenten nur solche Produkte zu erwerben, die mittels tierfreundlichen Testmethoden getestet wurden.

Tiere leiden für ein zweifelhaftes Schönheitsideal


Die deutsche Vereinigung „Ärzte gegen Tierversuche” hat errechnet, dass weltweit mehr als 600.000 Mäuse bei der Testung von Botox- Produkten einen „qualvollen Erstickungstod” erleiden.

Da so genannte Alternativmethoden vorhanden sind, sieht der Verein einen Verstoß gegen geltendes Tierschutzrecht und fordert ein Verbot für die kosmetische Anwendung bis die tierversuchsfreien Methoden anerkannt sind.

Die Zahlen basieren auf Hochrechnungen anhand des Umsatzes der drei größten Herstellerfirmen. Diese Angaben berücksichtigen nach Information des Ärztevereins nicht einmal andere Botox-Hersteller, wie asiatische Firmen. Es ist davon auszugehen, dass die tatsächliche Zahl der Tiere weit über 600.000 liegt.

Neben der medizinischen Anwendung spielt das Nervengift Botulinumtoxin im Kosmetiksektor eine immer größer werdende Rolle. So können Gesichtsfalten durch Lähmung der Muskeln für ein paar Wochen weggespritzt werden.

Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass Tiere den Preis für dieses zweifelhafte Schönheitsideal zahlen. Der Leidensweg der Versuchstiere beginnt mit Lähmungserscheinungen und endet mit dem Erstickungstod.

Neue EU Tierversuchsrichtlinie


Kurz vor Redaktionsschluss wurdebekannt, dass das europäische Parlament eine Änderung der Tierversuchsrichtlinie verabschiedet hat, die innerhalb von zwei Jahren umzusetzen ist. Dabei sollen Tierversuche nur mehr dann zulässig sein, wenn für die Nachweisführung keine alternativen Methoden oder Computersimulationen möglich sind. EUAbgeordnete kritisierten diese Richtlinie als nicht ausreichend. Derzeit werden in Europa 12 Millionen Tiere bei Tierversuchen „verbraucht”. Nach Umsetzung der neuen Richtlinie sollte ja eine dramatische Verbesserung stattfinden damit die Anzahl der qualvollen Tierversuche stark eingedämmt wird. Hoffentlich werden nicht wieder viele Hintertürchen für die Forschung/Industrie geöffnet.

Als Tierschützer fordern wir eine Abschaffung der Tierversuche!



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