GEN-Konzern Monsanto greift nach den Schweinen

Das Europäische Patentamt in München behandelt zur Zeit den Patentantrag WO2009/097403 auf Schweinefleisch, eingebracht vom Konzern Monsanto (USA).

Monsanto möchte in Hinkunft beim Verzehr von Fleisch und Wurst kräftig mitkassieren. Es geht um das Fleisch von Tieren, die mit gentechnisch manipulierten Pflanzen gefüttert wurden. Monsanto argumentiert, dass die Verfütterung bestimmter genmanipulierter Pflanzen zu einer höheren Konzentration ungesättigter Fettsäuren im Fleisch führe.

Der US-Konzern möchte sich daher beim Weltpatentamt in Genf bestimmte Schweineprodukte als Erfindung schützen lassen.

Das ist aber falsch, da eine Biofütterung mit schwarzen Johannisbeeren oder Hanf im Futter ebenfalls zu mehr ungesättigten Fettsäuren im Fleisch führt, ganz ohne Chemie. Wenn Konzerne ein Patent auf bestimmte Inhaltsstoffe im Fleisch haben, müssen Züchter, deren Tiere diese Merkmale aufweisen, Lizenzgebühren bezahlen.

Abschnitt 26 des Patentantrages beschreibt aber nur die Fütterung mit ungesättigten Fettsäuren (SDA), erwähnt aber mit keinem Wort, dass dabei Genfutter verwendet wird. Trotzdem soll das Patent für alle Nachkommen der Schweine und alle daraus entstehenden Lebensmittel Gültigkeit haben.

Monsanto möchte beschwichtigen und meint auf seiner Internetseite „Ein Anspruch (….) würde sich nur auf solche Tiere und deren Nachkommen beziehen, die mit Hilfe der patentierten Markertechnologie gezüchtet worden wären.”

Das heißt, Monsanto möchte nur ein Patent auf das Analyseverfahren bei den Tieren, nicht aber auf diese selbst.

Die Realität sähe aber so aus, dass ein Züchter nachweisen müsste, dass seine Schweine diesen Fettsäureanteil durch natürliches und nicht durch genmanipuliertes Futter aufweisen.

Wörtliches Zitat von Eve-Marie Engels, Professorin für Bioethik: „Das ist reine Geldmacherei der Konzerne. Die Arbeit macht der Bauer und er macht dies unabhängig von den Konzernen schon lange und es ist nicht gerechtfertigt, dass die Tiere darauf reduziert werden, Ressourcen für ökonomischen Nutzen zu sein.”

Unterstützen Sie die Bauern und protestieren Sie bei der EU gegen die Ausbeutung durch Konzerne.

Mag. Jörg Leichtfried
Europa-Büro der SPÖ
Koloman-Wallisch-Platz 3
8600 Bruck

joerg.leichtfried@europarl.europa.eu

Marianne Jellasitz



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