Die Giftschlammkatastrophe in Ungarn und die Tiere

Die bekannte Schauspielerin und engagierte Tierschützerin Frau Gaby Jacoby sandte uns folgenden Bericht:

Das von der Giftschlammkatastrophe am meisten betroffene Dorf Kolonta ist weitgehend verlassen, die meisten Häuser und Gärten verwüstet. Nur wenige Menschen sind nach der Evakuierung in ihre Häuser zurückgekehrt oder wollen zurückkehren. Das Dorf Kolonta liegt ja nur ein paar hundert Meter von den riesigen offenen Giftschlammbecken der Aluminiumfabrik entfernt. Haustiere gibt es hier praktisch keine mehr.

Die Hunde – fast alle an der Kette gehalten – wurden wehrlos von der Giftflut überrollt und starben einen schrecklichen qualvollen Tod. Mehrere Hunde, die nicht angekettet waren und sich irgendwohin nach oben retten konnten, wurden von ungarischen Tierschützern geborgen. Die Dunkelziffer der Haustiere, die sich mit schweren Verätzungen irgendwo im Gerümpel versteckt und einen langsamen furchtbaren Tod gestorben waren, ist nicht einschätzbar, aber sicher sehr groß.

Auch viele Stalltiere sind qualvoll verendet. Ungarischen Tierschützern gelang es, Schweine und Kühe zu bergen und anderweitig unterzubringen. Einige überlebende Stalltiere wurden und werden von ungarischen Tierschützern notversorgt.

Mitunter sieht man in dem von der Giftschlammflut mitgerissenen und im Gestrüpp hängen gebliebenen Hausrat und Reste von Hundehütten. Die schon zeitlebens unglücklichen Bewohner dieser Hütten gingen, an Ketten gefesselt, wehrlos zugrunde.

Aber es gibt auch überlebende Tiere. Und einige wenige Menschen, die sich um sie kümmern.

Zum Beispiel die 23-jährige Mariana Szilagyi. Unermüdlich sammelt sie Futter und organisiert tierärztliche Hilfe.


 
Fast täglich erreichen mich Hilferufeaus diesem Gebiet, in dem immer noch viele Tiere in Not sind. Ich führte in den letzten drei Wochen zahllose Telefonate, dolmetschte, stellte Kontakte zwischen Tierschützern aus Österreich und Ungarn her. So kamen mehrere Hilfstransporte zustande, die die Versorgung vieler Tiere in Not vor Ort ermöglichten.

In diesem Hof erinnert nur mehr die rötliche Verfärbung des Bodens und des Fells des dort lebenden Pulis an die Giftschlammkatastrophe. Auch das Fell der Hauskatze ist trotz mehrerer Bäder immer noch rosa.



Der kleine Fluss Marcal, der in einer schönen Aulandschaft verlief, transportierte eine große Menge des Giftschlamms und verwandelte sich dadurch in einen blutroten, breiten reißenden Fluss, der die Uferlandschaft großflächig verseuchte und nun über ca. 100 km völlig tot ist. Er transportierte den Giftschlamm bis zur Raab und diese brachte ihn weiter in die Donau. Die Versuche, das rote Gift mit Einschüttung riesiger Mengen Gips in diesen Fluss zu binden, sind gescheitert. Ungehindert und unablässig fließt nach wie vor das Gift aus den riesigen Schlammfeldern in dieses Gewässer, umso mehr, da lang anhaltende Regenfälle den Giftschlamm aus den Feldern in den Fluss schwemmen.

Er fließt nur etwa 2 km entfernt vom Tierheim im Dorf Szergeny vorbei, für das ich im vergangenen Sommer mehrere neue Zwinger und große Ausläufe für die dortigen Hunde gesponsert habe.

Jetzt müssen dort aufgrund des verseuchten Grundwassers ca. 100 Hunde und viele Katzen seit der Katastrophe täglich mit Frischwasser aus Österreich versorgt werden. Wie sich die Situation in den Giftschlammgebieten weiter entwickelt, wird die Zukunft zeigen. Fest steht aber: Die Tiere dort brauchen unsere Hilfe nötiger denn je.

Gaby Jacoby



Unsere Meinung zum Artikel von Frau Jacoby:

Wie kann man erwarten, dass die Regierung sich um Tiere sorgt, wenn ihr die Umwelt und auch das Leben der Mitbürger egal ist!

Kein Land sollte zulassen, dass einige wenige das Recht haben, das Ökosystem zu zerstören. Bereits jetzt werden jährlich unzählige Tierarten unwiederbringlich ausgerottet. Die Bevölkerung hätte wirksame Methoden, den Firmen und Behörden Druck zu machen.

Protestieren Sie und boykottieren Sie Firmen, die Umweltsünder sind.

Die Macht liegt beim Volk – machen Sie davon Gebrauch.



Bookmark and Share Webdesign & CMS by Styriaweb