Agrarpolitik der EU

Zum vierten Mal innerhalb von zehn Jahren steht die gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der EU vor einer längst fälligen Reform.

Zurzeit wird die Ausrichtung der Politik für die Zeit nach 2013 verhandelt. Damit bietet sich die Möglichkeit für die Landwirtschaft in der EU neue Schwerpunkte festzulegen: Die einseitige Ausrichtung auf Produktionssteigerung und Marktorientierung sollte beendet und die Politik an die aktuellen gesellschaftlichen Erfordernisse angepasst werden.

Tier- und Umweltschutz haben in der gegenwärtigen GAP einen zu geringen Stellenwert, das sollte geändert werden.

Die derzeit geförderte intensive Landwirtschaft hat immense negative Auswirkungen für den Tier-, Umwelt- und Klimaschutz. Zum Beispiel:
  • die meisten Tiere in derLandwirtschaft leben in intensivenHaltungssystemen,
  • bei Tiertransporten herrschen katastrophale Zustände,
  • immer mehr Betriebe - besonders Familienbetriebe - müssen die Landwirtschaft aufgeben,
  • die industrialisierte Landwirtschaft ist ein Hauptverursacher von Treibhausgasen, der Verringerung der Artenvielfalt, der Belastung der Böden und Gewässer durch Dünger und Spritzmittel und fordert die Verwendung gentechnisch veränderter Pflanzen.
Eine Kehrtwende in der Agrarpolitik ist unbedingt erforderlich.

Abhilfe kann nur eine konsequente Abkehr von der bisherigen Politik hin zu einer ökologischeren Landwirtschaft bringen. Ziel muss eine tier-, umwelt- und klimafreundliche Landwirtschaft sein und dazu gehören unter anderem:
  • strenge, tierschutzgerechte, verbindliche Vorschriften zu Haltung, Fütterung, Transport und Schlachtung aller landwirtschaftlich genutzten Tiere,
  • Änderung des Förderungssystems, Förderungen vorwiegend für Kleinbetriebe und Bio-Bauern,
  • Deckelung und Reduzierung der Förderung für Großbetriebe und für die Lebensmittelindustrie,
  • ein Verbot von Langstreckentransporten, eine Reduktion der Transportzeiten,
  • Einstellung der Exportsubventionen von lebenden Tieren,
  • Stopp für den Bau weiterer Großanlagen.



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